Zucht von Wachteln

Arten von Brutmaschinen

Da die Legewachtel in der Regel nicht selbst brütet, können ihre Eier sehr gut in einer Brutmaschine ausbrüten.

 

 1. Der Flächenbrüter:

Der Flächenbrüter ist günstig und für Einsteiger optimal.

Dieser hat aber auch Nachteile, wie zum Beispiel warme und kalte Zonen. 

 

Hinzu kommt, dass die Luftfeuchtigkeit am Schlupf leider nicht immer auf die gewünschte Höhe steigt.


2. Der Motorbrüter:

 

In diesem Brüter ist die Temperatur immer konstant, da ein Motor einen Lüfter antreibt und die Luft ständig umwälzt. Es gibt also keine Kalt- und Warmzonen. Sie sind aber teurer im Vergleich zu Flächenbrütern. Bessere Brutergebnisse lassen sich mit solchen Geräten erzielen.


3. Der Schrankbrüter: 

 

Dieser Brüter ist im Prinzip auch ein Motorbrüter aber viel größer. Er ist eben wie ein Schrank mit Schubladen. Die Schubladen werden als Eierhorden bezeichnet. Auf ihnen werden die Eier gewendet und die Küken schlüpfen später dort.


Bruteier

Wie viele Bruteier man erwerben muss, um eine bestimmte Anzahl an Küken zu kommen lässt sich einfach ausrechnen. Es ist aber klar, dass das Ergebnis nie der Wirklichkeit entsprechen wird, da man dieses Ergebnis nur bedingt beeinflussen kann.

 

Rechnung:

Wenn man davon ausgeht, dass

- 50% Hähne werden

- 5% der Küken nicht überleben

- 95% der Eier befruchtet sind

- 80% der Küken schlüpfen (= Schlupfrate)

 

100% = 40 Hennen

(100%) 40*2,0 = 860

(150%) 80*1,05= 84

(155%) 84*1,20= 101

 

Also werden etwa 101 Bruteier benötigt um ca. 40 Legehennen zu haben!

Wenn man Bruteier im Winter bestellt, sinkt oft die Schlupfrate weil durch die Kälte Embryonen absterben können. Es ist also ratsam, Bruteier erst dann zu bestellen, wenn die Außentemperatur nicht unter fünf Grad liegt!

 

Kunstbrut

Bei der Kunstbrut können viel mehr Eier gebrütet werden als in der Naturbrut. Große Schrankbrüter fassen mehrere tausend Bruteier. Die Überlebenschancen von Küken in der Kunstbrut sind außerdem höher, da der Mensch eingreifen kann. Ich schreibe deshalb "kann", weil es nicht immer sinnvoll ist einzugreifen. In der Naturbrut schlüpfen nur die Küken, die es selbst aus dem Ei schaffen. Die schwachen schaffen es nicht aus dem Ei. Ich empfehle nach mehrjährige Erfahrung in der Kunstbrut während des Schlupfes nicht mehr einzugreifen und wirklich nur die Küken schlüpfen zu lassen, die es selbst aus dem Ei schaffen. 

"Schlechte Schlüpfer" vererben sich weiter, sodass man bei ständiger Hilfe immer öfter das Problem haben wird, schwache Küken zu züchten.

 

Bevor die Eier in den Brutkasten eingelegt werden, sollten diese einen Tag ruhen. Wichtig ist ebenso, dass die Eier zur Lagerung zweimal am Tag gewendet, oder auf der Spitze bei 8-13°C lagert. Um ein möglichst hohes Schlupfergebnis zu erzielen, sollten die Eier nach meiner Erfahrung nicht älter als 7-9 Tage sein. Ich hatte aber auch schon ältere Eier in die Brutmaschine eingelegt und gute Ergebnisse. Besser ist es aber nicht zu alte Eier zu verwenden, denn über diese Zeitspanne hinaus sterben die Embryonen ab.

Zum Schlüpfen werden die Eier aus den Rollenhorden herausgenommen und auf ein Drahtgitter gelegt (Dieses ist in mit im Brutkasten dabei). Pünktlich auf den 17. Tag schlüpfen die Küken. In meinem Flächenbrüter, den ich anfangs hatte kam es öfters vor, dass die Wachteln länger brauchen bis sie schlüpften. Schlüpfen Küken später als normal, wurde meistens zu kalt gebrütet. Schon 0,1°C können den Zeitplan durcheinander bringen. Es gibt auch sogenannte „Frühschlüpfer“, die am 16. Tag beginnen zu schlüpfen. Die Küken verbleiben so lange im Apparat bis sie trocken sind. Wenn ein Ei angepickt ist, heißt es noch lange nicht, dass das Küken gleich da ist. Manche Küken lassen sich stundenlang Zeit. Die Eischale wird zu ¾ angepickt. Danach kann sich das Küken mit seinem Füßen herausdrücken. Dadurch werden die Füße „fest“ und stabil. Wenn man den Küken beim Schlupf hilft, kann es sein, dass die Füßchen des Kükens nicht „fest“ werden.  Wie oben schon erwähnt, vererbt sich das schlechte Schlüpfen auch weiter. 

 

Wichtig ist, dass der Deckel des Brüters erst aufgemacht wird, wenn fast alle Küken geschlüpft sind. Sobald der Deckel geöffnet wird bricht das gesamte Brutklima zusammen und die restlichen Küken haben es erschwerter zu schlüpfen. Ein kurzes Öffnen, bei dem Sauerstoff in die Brutmaschine gelangt, kann den Küken aber auch einen „Kick“ geben. Die Küken merken, dass die Luftfeuchtigkeit sinkt und leiten den Schlupf ein. Darüber lässt sich aber streiten.  Die Jungtiere können problemlos bis zu 24 Stunden ohne Futter und Wasser im Brutkasten bleiben um zu trocknen, weil sie noch über den Dottersack versorgt werden. 

 

Mein Brutplan zur erfolgreichen Brut:

Tag

Temperatur

Luftfeuchtigkeit

Wendung

1

37,8 °C

ca. 50 %

nein

2

37,8 °C

ca. 50 %

nein

3

37,8 °C

ca. 50 %

nein

4

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

5

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

6

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

7

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

8

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

9

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

10

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

11

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

12

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

13

37,8 °C

ca. 50 %

mind. 2x täglich

14

37,6 °C

ca. 65%

mind. 2x täglich

15

37,6 °C

ca. 65%

nein

16

37,6 °C

ca. 75%

nein

17

37,6 °C

ca. 75%

nein

Naturbrut

Wenn eine Legewachteln anfängt zu Brüten ist das fast ein „Wunder“. Der Bruttrieb der Japanischen Legewachteln wurde ihnen weggezüchtet. Sie ist vergleichbar mit Hybridhühnern aus Käfighaltungen. Die Voraussetzungen sind überwiegend die, dass eine Voliere oder eine große Stallung vorhanden ist und und folgende Punkte berücksichtigt:

  • nur ein Hahn pro Gruppe
  • genug Platz vorhanden ist
  • das Gehege der Natur ähnelt --> verschieden bepflanzt ist, die Böden aufgeteilt -->  Erde, Sand, Gras, etc.
  • die Henne sich zurückziehen kann, ohne von den anderen gestört zu werden.
  • ruhige Umgebung --> keine lauten Autogeräusche, bellende Hunde
  • die Voliere abwechslungsreich gestaltet ist (Tannenzweigen, Holzscheiben, Tunnels, etc.)

Wenn diese Punkte alle berücksichtigt werden, besteht die Möglichkeit, dass eine oder mehrere

Hennen von selbst zu brüten beginnen. 

 

Sollte eine Henne wirklich beginnen zu Brüten baut sie sich ein Nest aus den Materialien, die ihr zu Verfügung stehen (Heu, Zweige, etc.)

Bis zu 12 Eier legt die Henne und beginnt anschließend mit der Brut. Sie "macht sich breit" über den Eiern. Man kann es daran, dass sie sich aufgeplustert auf die Eier setzt.

Dadurch dass der Bruttrieb der Japanischen Legewachtel weg gezüchtet wurde, ist der Bruttrieb leider nicht immer sehr ausgeprägt. Aus diesem Grund darf die Henne auf keinen Fall gestört werden. Das heißt kein Umsetzen der Henne, nicht nach der Henne greifen und versuchen die Artgenossen zu separieren. Nur nicht die Henne von den anderen wegnehmen. An einem anderen Platz würde die Henne nicht mehr weiter brüten. Nach dem Schlupf ist es wichtig genau zu beobachten, ob die Hennen die Küken annimmt und aufzieht. Nicht jede Henne übernimmt die Aufzucht der Küken. Manche Hennen sind verunsichert und lassen die Küken zurück, die ohne die Wärme der Mutter ansonsten sterben würden. Außerdem kommt es leider selten vor, dass die Mutter Küken umbringt. Hier ist schnelle Handlung und Eingreifen erforderlich!

 

Ich selbst durfte schon eine Naturbrut erleben:


Gefahren der Inzucht

Durch Inzucht können folgende körperliche Mängel auftreten:

  •  Die Küken können nicht richtig stehen, das heißt ihre Füße machen einen „Spagat“. Man nennt sie auch Spreizbeine.            Aussicht: Man kann dem Küken helfen, indem man es  in eine Tasse setzt. Dadurch, dass das Küken strampelt trainiert es seine Muskulatur in den Füßen und sie werden „stabil“. Sollte keine Besserung eintreten, muss das Küken erlöst werden.
  • Die Küken haben einen Zeh zu viel oder zu wenig.                                                                                                                                                       Aussicht: Es ist durchaus möglich, dass dies keine Probleme bereitet. Trotzdem sollte man diese Tiere nicht zur Zucht verwenden.
  • Die Küken haben einen Kreuzschnabel, das heißt der obere zeigt in eine andere Richtung, wie der untere.                                     Aussicht: Diese Tiere können nicht richtig fressen. Wenn man sieht, dass das Küken nicht genügend Nahrung zu sich nehmen kann, muss es erlöst werden.
  • Zwergenwuchs, oder auch "Kümmerlinge" können mit in der Gruppe bleiben. Es sollte jedoch beobachtet werden, dass es es Futter und Wasser kommt. Mit solchen Tieren sollte nicht gezüchtet werden! 

Tiere, die derartige Fehlbildungen aufweisen, sollten auf gar keinen Fall zur Zucht verwendet werden!!!